Gedanken sind frei

Hundesport und Zucht – Ergänzung oder Gegensatz?

Ich möchte hier nicht über Ausbildung oder Triebverhalten unserer Hunde schreiben.
Vielmehr möchte ich einige Gedanken und Aussagen von Hundeführern und Zuschauern auf Leistungsveranstaltungen des Vereins für Deutsche Schäferhunde aufgreifen.
Immer wieder hört man, daß unsere Hunde nicht mehr konsequent genug sind und daß der Schutzdienst mehr aus Beutespielchen als aus ernsthafter Arbeit besteht.
Kaum noch Hunde, wo wirklich ein Raunen der Zuschauer die Phase des Ablassens begleitet.
Der Individualismus unserer Hunde mußte über die Jahre dem Griffverhalten und den technisch perfekten Ausführungen der verlangten Übungen weichen.
Folgerichtig kann fast nur noch der leichtführige Hund in die oberen Bewertungen gelangen. Damit wir uns richtig verstehen: Es geht mir in keinem Fall darum, irgendwelche Leistungen in Mißkredit zu bringen. Mein Anliegen ist vollkommen anderer Natur.
Was aber ist denn nun ein leichtführiger Hund?
Wo endet hier der Gebrauchshund (Arbeitshund) und wo beginnt der Sporthund?
Wie führig muß ein Gebrauchshund sein, um in der heutigen – zu recht kritischen Gesellschaft – noch seinen Platz zu haben?
Ist der Mensch überhaupt noch willens und in der Lage, einen wirklichen Gebrauchshund auszubilden und zu führen? Muß eine ehemals stolze Hunderasse auf der einen Seite zu Schönlingen und auf der anderen Seite zu fast identisch funktionierenden Sportgeräten degradiert werden?
Viele Fragen und doch liegt ihre Beantwortung in uns allen selbst. Wir alle, sei es als Hundesportler, Leistungsrichter oder Züchter, tragen die Verantwortung für die Ehrlichkeit in Sachen Deutscher Schäferhund.
Viel zu oft werden schnelle Erfolge, viele Punkte und Schulterklopfen angestrebt.
Aber wie weit darf die technische Perfektion bei unseren Hunden überhaupt noch gehen, ohne daß der Hund als solcher auf der Strecke bleibt.
Soweit mir bekannt, klagen die diensthundehaltenden Behörden schon länger über fehlenden Nachwuchs aus der Schäferhundzucht.
Fehlt es vielleicht doch an der Ergänzung zwischen Sport und Zucht? Ich weiß nicht.
Es heißt doch immer noch Schutzhundprüfung. Oder beschützt der Hund nur noch den Ärmel vor dem Helfer und versucht, diesen in Sicherheit zu bringen? Keine Ahnung.

Übrigens: Zu welcher Rasse gehört eigentlich der Punktehund???

P.S.: Jede Basis braucht ein oben und ein unten. In der Mitte liegt dann – wie so oft – die Wahrheit. Bleibt nur noch zu klären, was unter einer guten Basis zu verstehen ist, um den Käufer eines Deutschen Schäferhundes in seinem gesamten Verwendungsanspruch zufriedenstellen zu können. So einfach ist das. Oder doch nicht?

Also: Weg vom Spartendenken (wenn sich denn jeder daran hält). Schluß jetzt!

 

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